Info

Lagerstrasse
Zürich

Studie: 2022
Realisierung: 2024–2028
Bauherrschaft: Stiftung St. Stephanus

An einem der belebtesten Orte von Zürich, zwischen Langstrasse und Europaallee, liegt das ehemalige Pflegeheim der Stiftung St. Stephanus. Diese will das Heim, bestehend aus dem Erlenhof und dem «de Boni» Haus an der Lagerstrasse, künftig mit einem Hofhaus ergänzen und mit gemeinschaftlichem Wohnen und Arbeiten in eine neue Nutzung überführen. Dank einem sorgfältigen Umgang mit dem Bestand und gezielten Ergänzungen konnte der Studienauftrag 2022 gewonnen werden.

Während der Erlenhof mit den charakteristischen Erkern aus den späten siebziger Jahren erhalten wird, weicht das «de Boni» Haus einem Neubau. Dieser schliesst an den Bestand an und bildet mit ihm programmatisch und städtebaulich eine, dem Massstab der Umgebung angepasste, Einheit. Ein breiter Durchgang führt von der belebten Lagerstrasse in den ruhigen Innenhof. Hier finden sich diverse Nischen und Begegnungsräume für die Wohnenden und Gäste der Gewerbenutzung im Erdgeschoss. Das Hofhaus wird als Wohnatelier ausgebildet mit einer Dachterrasse, die über eine Brücke mit dem Gemeinschaftsraum im Volumen an der Strasse verbunden ist. Die Struktur des einstigen Pflegeheims überschreibt sich in den mittigen Gang der Wohngeschosse mit einseitig gegen Süden ausgerichteten Wohnungen. Diese werden durch zumietbare, nutzungsoffene Erkerzimmer zur Strasse hin ergänzt. Dieser halbprivate Bereich fördert die offen gelebte Nachbarschaft und es entstehen Synergien dank einer programmatisch offenen Architektur. So dringt der belebteste Ort von Zürich bis weit in die Innenräume vor und eine flexible, zeitgemässe Transformation der ehemals starren Strukturen gelingt.

Die Ausfallstrasse nach Baden ist Zürichs einziger Boulevard. Hier, zwischen Stadion Letzigrund und Letzigraben, entsteht, dank eines 2022 gewonnenen Studienauftrages, ein städtebauliches Zeichen anhand einer schlanken Hochhausscheibe. Im urbanen Erdgeschoss, samt Piano Nobile, finden sich Gewerbenutzungen. Die vielfältigen Wohnungen sind durch die sichtbare statische Struktur und dem Durchwohnen zwischen Uetliberg und Stadion geprägt. Der umfriedete Dachgarten kommt den Anwohnerinnen zugute und wurde als zusätzliches Geschoss durch ein statisches System mit geringer Aufbauhöhe der Geschossdecken ermöglicht.

Team: Manon Mottet, Pavo Andelić, Alexandra Arndt, Francesco Colli, Michael Morštadt, Raul Vașvari, Steven Emery, Amos Mauri
Projektleitung: Elias Güse

Lagerstrasse, Zürich
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